
Mit einer rund sechsstündigen Busfahrt von der Hauptstadt Quito in die Provinz Monabi habe ich mich heute auf die Reise an den Ursprung des zuckersüssen Traums von Mindo gemacht. Die Reise war ein Abenteuer für sich! Zuerst eine zweistündige Bergabfahrt mit hunderten von Kurven hinunter von den Bergen in das flachere Küstengebiet. Die Vegetation änderte sich von Stunde zu Stunde: Vom dichten Mischwald im Hochland bis hin zu den Bananenplantagen in der Ebene. Überall aber ist es üppig grün. Plötzlich schreckte ein Schlag auf das rechte Hinterrad die ganze Belegschaft auf. Der Buschauffeur stoppte, nahm einen Augenschein und informierte uns, dass das Rad gewechselt werden müsse. Dies geschah dann flott und effizient bei der nächsten Garage. Kurz danach gab es einen „Almuerzo“-Halt und die ganze Belegschaft des Busses ass im „Autobahnrestaurant“ ein warmes Mittagessen für rund USD 1.
Nach rund 6 Stunden traf ich an meinem Zielort Chone ein. David Zabando, der Präsident der Organisation Fortalezza del Valle holte mich mit dem Taxi ab. Mit seinen rund 30 Jahren war er viel jünger als ich erwartet hatte. David begrüsste mich mit einer herzlichen Umarmung. Wir fuhren direkt in das Centro Acopio der Kooperative. Hier wird der Kakao angeliefert, fermentiert, getrocknet und für den Export abgefüllt. Im Centro Acopio herrschte Betrieb, obwohl es Sonntag war. Auch der Direktor Berto Zembrano war anwesend, begrüsste mich herzlich und hatte Zeit, um ein bisschen zu plaudern. Man erwartete an diesem Tag noch eine Delegation von italienischen Schokoladeproduzenten. Als diese eintrafen, besichtigten wir zusammen die Anlage und besuchten anschliessend noch zwei Kakaofincas. Ich genoss es sehr, nach dem Stadtleben in Quito Erde unter meinen Füssen zu spüren. Die reiche Vegetation auf diesen Plantagen ist einfach herrlich! Langsam wurde es dunkel, und David fuhr mich zu meinem Hotel in der emsigen Kleinstadt Calceta. Das Zimmer war unmittelbar neben einer Tankstelle und hatte kein Fenster. Die Nacht war entsprechend kurz…
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